„Früher“ kann jederzeit gewesen sein.Früher war es möglich mit einem normalen Einkommen als Arbeiter oder Angestellter eine ganze Familie zu ernähren.
Viele Frauen haben nicht gearbeitet.
Ich beziehe mich mal auf die Nachkriegsgeschichte, also das früher beginnt dann etwa 1950. Und vom Ort her in Deutschland.
Damals haben Frauen sehr wohl auch gearbeitet. Nur galt ihre Arbeit nicht als Arbeit. Es war Hausarbeit und beinhaltete die Versorgung der Kinder, -es gab Familien mit mehr als 10 Kindern- auch wurden Pflegeleistungen erbracht uvm. Kurz, alles, was unter dem Begriff Reproduktionsarbeit zusammengefasst werden kann. Bis in die 70ger Jahre durften verheiratete Frauen ohne die Zustimmung des Ehemannes nicht "arbeiten".
Der Schwerpunkt lag auf der Produktion der materiellen Güter. Die produktive wertschöpfende Arbeit stand auch in Fokus der Wirtschaftswissenschaft, die die „Hausarbeit“ unproduktive Frauensache abtat.
Seine potenzielle Arbeitskraft in der Produktion definierte den Wert eines Menschen. Darum hat man Menschen früher auch nicht im Mittelmeer ersaufen oder sie an Grenzzäunen verenden lassen, sondern weltweit akquiriert. Der Gastarbeiter war ein gerngesehener Arbeiter.
Mittlerweile hat sich ein eklatanter Wandel ergeben.
näheres findet sich in diesem Thread https://www.dadabit.de/forum/viewtopic. ... 10324ab347
Der produzierende Sektor der Wirtschaft hat sich marginalisiert. Der wirtschaftliche Schwerpunkt die materielle Produktion ist der Verteilung gewichen. Verteilung bedeutet im früheren System aus Ausgaben.
Während in der Produktion die wertschöpfende Arbeit sich in Produkten vergegenständlicht, deren Wert höher ist als der Lohn und Kapitaleinsatz müssen die "modernen" Arbeitsplätze finanziert werden.
Obwohl immenser Überschuss produziert wird, kann dieser in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Organisation nicht kostenlos verteilt werden, sondern nur nach den Gesetzen, die in der Industriegesellschaft das wirtschaftliche Leben bestimmten, also der Leistung und Gegenleistung.
In der gegenwärtigen auf Verteilung basierenden Wirtschaft muss die Leistung im Sinne einer materiellen messbaren Größe ausbleiben, so bleibt nur die Gegenleistung. z.B. in der Erziehung oder in der Pflege. Diese Arbeitsplätze kosten der Gesellschaft materiellen Reichtum. Darum ist der einzelne Mensch kein potenzieller Wertschöpfer (Industriegesellschaft) mehr, sondern ein Kostenfaktor (Verteilungsgesellschaft).