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Kriegskunst

Verfasst: Mi Mär 04, 2026 10:36 am
von root
Aus Matrix der Piraten.
maxkehm hat geschrieben: Faschisten finden aus irgendeinem Grund Krieg und Terror ganz toll... Das Zwingt dann zur Gegenwehr auch dann wenn man selbst diesen ganzen Mist nicht will.
Die Nazis von ca. 1920 – 1945, auf die sich der Begriff Faschisten m.E. ja bezieht, waren mehr oder weniger stolze Faschisten. Für sie war der Begriff keine Beleidigung, sondern eine Belobigung. Das jemand Gerichte anruft um einen anderen als Faschist bezeichnen zu dürfen wäre damals als Stück aus dem Tollhaus durchgegangen.
Die Faschisten aus dem letzten Jahrhundert, fanden auch nicht „Krieg und Terror ganz toll“ sondern beides waren für sie notwendige Mittel, um ihr „revolutionäres“ Ziel zu erreichen.
Diese Verniedlichung, die sich hier breit macht, führt an der Sache vorbei und verschiebt den Fokus von der notwendigen politischen Auseinandersetzung, der Verteidigung der individuellen Freiheit gegen die institutionelle Vereinnahmung durch Volks- oder Religionsgemeinschaft, in Kindereien.
maxkehm hat geschrieben: Gerade die italienischen Faschisten in den 1920ern hatten einen sehr ausgeprägten Kriegs und Krieger Kult um die "Helden" des 1 Weltkriegs, vor allem um die Arditi... Auch Vordenker des Faschismus wie D'Annunzio haben den Krieg massiv verherrlicht, es war nicht nur Mittel sondern explizit Ziel ihrer Politik. Mussolini beschreibt in der Dottrina del Fascismo (1932) den Krieg explizit als höchste Form der menschlichen Existenz und als moralischer und spiritueller Akt er ist der einzige echte Test für Individuum und Nation. Pazifismus gilt als Feigheit und Verfall. Das ist keine rein instrumentelle Sicht („Krieg, um Ziel X zu erreichen“), sondern eine ontologische. Der Krieg als Wesen des Lebens, als schöpferische Kraft die Kultur und Identität schafft etc. Mussolini lehnte den „ewigen Frieden“ philosophisch ab – Frieden mache dekadent, schwach und unproduktiv. Der Krieg sei Lebensnotwendigkeit für Vitalität, Disziplin und menschliche Größe. Damit unterscheidet er sich vom traditionellen Imperialismus/Kolonialismus der Krieg nur als notwendiges mittel zum Zweck der Ressourcen Aneignung betrachtet.
In der „La dottrina del fascismo“, von Benito Mussolini 1927 heißt es u.a:
“Zunächst einmal glaubt der Faschismus, mit Blick auf die Zukunft und Entwicklung der Menschheit im Allgemeinen und unabhängig von allen aktuellen politischen Erwägungen, weder an die Möglichkeit noch an den Nutzen eines dauerhaften Friedens. Er verwirft daher den Pazifismus, der eine Verweigerung des Kampfes und Feigheit angesichts von Opferbereitschaft verbirgt. Nur der Krieg bringt alle menschlichen Kräfte auf die Spitze und verleiht den Völkern, die den Mut haben, sich ihm zu stellen, ein Siegel der Würde. Alle anderen Prüfungen sind Ersatz, die den Menschen nie direkt in die Auseinandersetzung zwischen Leben und Tod führen.
Eine Doktrin, die vom notwendigen Postulat des Friedens ausgeht, ist dem Faschismus daher fremd; ebenso wie alle internationalistischen und gesellschaftlichen Konstrukte, selbst wenn sie aufgrund ihrer möglichen Nützlichkeit in bestimmten politischen Situationen akzeptiert werden, dem Geist des Faschismus.
Diese können, wie die Geschichte zeigt, in alle Winde zerstreut werden, wenn sentimentale, idealistische und praktische Elemente die Herzen der Völker bewegen. Der Faschismus hat diesen anti-pazifistischen Geist auch in das Leben der Einzelnen eingepflanzt. Das stolze faschistische Motto „Mir doch egal“, geschrieben auf den Verband einer Wunde, war ein philosophischer Akt, der weit über stoische Gelassenheit hinausging; er war der Inbegriff einer Doktrin, die nicht bloß politisch war: Er war Kampftraining, die Akzeptanz der damit verbundenen Risiken; er war eine neue italienische Lebensweise.“
Die Muslim Bruderschaft wurde übrigens 1928 von Hassan al-Banna in Ägypten gegründet, zu einer Zeit, als der Faschismus in Europa aufstieg. Al-Banna bewunderte Mussolini und Hitler explizit als effektive Führer, die ihre Nationen "erneuerten". Die MB übernahm faschistische Elemente wie den Kriegskult und auch den Antisemitismus. Die Islamisten wurden von Adolf Hitler auch explizit unterstützt, finanziell, ideologisch und propagandistisch. Zum Beispiel durch arabisch sprachtige Radiosender. Aus der MB sind die meisten heutigen Islamistischen Terror Organisationen hervor gegangen. Auch hier sehen wir eine sehr ähnliche Einstellung zum Krieg seitens der Islamisten.

Vielen Dank für die umfassende Antwort. Aber m.E. erhellt Sie die Faktenlage kaum.
Hintergrund aller faschistischen Aussagen ist die Vorstellung vom Volk als ein Ganzes, welches sich gegen andere Völker, die in Echtzeit und gleichzeitig ebenfalls diesen Planeten bewohnen behaupten muss.
Jedes Volk wird als eine organische Einheit betrachtet, in der der einzelne Mensch lediglich eine kleine Zelle ohne eigene Persönlichkeit ist. Im Innern des Volkskörpers hat jede Zelle dem Ganzen zu dienen, die Persönlichkeit wird ausgelöscht. Nach außen gilt es, sich als Volk zu behaupten.
Darwins Kampf der Arten wird hier ideologisch auf vermeintlich miteinander konkurrierende völkische Existenzen übertragen.
Diese Ideologie ist die Grundlage deiner Zitate.
Das Auszuklammern bedeutet nicht nur den eigenen politischen Handlungsrahmen einzuschränken, sondern viel tragischer, die historischen Ereignisse misszuverstehen und die Gegenwart hilflos betrachten zu müssen.
Die ideologischen Parallelen zwischen den Faschisten des letzten Jhds. und den aktuellen rechten Strömungen in allen demokratischen Ländern sind kaum zu übersehen. Aber, die äußeren Umstände haben sich eklatant geändert.
Im letzten Jahrhundert fiel die nationalsozialistische Ideologie mit der Geburt der Völker zusammen. Sie war eine Triebfeder, um den modernen Staat entstehen zu lassen.
Heute dagegen hat sie keine Chance, denn sie steht der Zukunft im Wege.
Unsere Epoche ist geprägt von der Globalisierung, also der Auflösung der Staaten, sowie der Individualisierung des menschlichen Lebens also der Persönlichkeitsentfaltung, dem Empowerment.
„Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft. Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich Selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen. Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will.“


maxkehm hat geschrieben: Die Idee das es erstrebenswert ist Millionen Menschenleben zu zerstören lässt sich kaum mit dem erreichen von rein rationalen, revolutionären Zielen oder reiner Machtpolitik erklären. Eher mit kollektiver Psychopathie und völliger kollektiver Geisteskrankheit... Ich sehe das daher mehr als ein Psychologisches Phänomen. Was natürlich zeitgleich Materielle, Kapitalistische oder Imperiale Ziele nicht ausschließt sondern ebenfalls mit beinhalten kann.

Dein Erstaunen teile ich, aber Staunen ist kein Argument.
Wiki hat geschrieben: „Ausrottung des jüdischen Volkes“
Dann spricht Himmler über den Völkermord an den Juden in einer unverschleierten Sprache, die von einem Vertreter des NS-Regimes bis dahin nicht gehört worden war:[19]

„Ich meine jetzt die Judenevakuierung, die Ausrottung des jüdischen Volkes. Es gehört zu den Dingen, die man leicht ausspricht. – ‚Das jüdische Volk wird ausgerottet‘, sagt ein jeder Parteigenosse, ‚ganz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir.‘ […] Von allen, die so reden, hat keiner zugesehen, keiner hat es durchgestanden. Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von menschlichen Ausnahmeschwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht und ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte. Denn wir wissen, wie schwer wir uns täten, wenn wir heute noch in jeder Stadt – bei den Bombenangriffen, bei den Lasten und bei den Entbehrungen des Krieges – noch die Juden als Geheimsaboteure, Agitatoren und Hetzer hätten. Wir würden wahrscheinlich jetzt in das Stadium des Jahres 1916/17 gekommen sein, wenn die Juden noch im deutschen Volkskörper säßen.“
Jeder Mensch wird in eine Gesellschaft hineingeboren und lernt deren geistige Krankheiten von Kindheit an. Gegen die „kollektiver Geisteskrankheit“ unserer Zeit sollten „wir“ die Wand sein, gegen die sie läuft!
Also lasst uns #globalisieren und #kollaborieren für #PrimaKlima!
maxkehm hat geschrieben: Wir betrachten das was in der Welt vorgeht durch unsere Marktwirtschaftlich kapitalistische Logik... Aber solche Dinge sind dann nicht mehr mit dieser Logik, Rationalität etc erklärbar sondern da müssten wir mehr die Psychologie, Neurologie etc mit hinzu ziehen denke ich. Da solche Dinge oft weit jenseits von Vernunft und Rationalität liegen.
Die Marktwirtschaft ist eine Methode die Produktion und Verteilung der Lebensmittel, der Waren und Dienstleistungen innerhalb eines Staates zu organisieren.
Kapitalismus ist eine Gesellschaftsordnung, in der das Kapital frei und ungehindert über den Erdball vagabundiert und versucht zu akkumulieren.
Kapitalismus und Staat sind Gegner. Der Staat hatte die Aufgabe den „Kapitalismus“ einzuhegen, also seine Fähigkeiten für die von ihm verwalteten Gebiete nutzbar zu machen.
Mit der Entstehung der globalen Staatengemeinschaft ist der „Kapitalismus“ des 19. Jhd. verschwunden. Denn das Kapital kann sich seitdem nicht mehr frei auf der Erde bewegen.
Es gilt zwischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zu unterscheiden.
Sowohl bei der Markt- als auch bei der Planwirtschaft handelt es sich um staatlich eingehegte Wirtschaftssysteme der Industriegesellschaft, in denen die Warenproduktion dominiert. Ihre Hauptaufgabe ist es den Mangel an materiellen Gütern zu beseitigen.
Die Wirtschaftspolitik muss einen Ausgleich zwischen gesellschaftlichem Konsum (der aktuelle Lebensstandard) und Investition (der zukünftige Lebensstandard) definieren. Dazu ist die Demokratie Aufgrund ihrer Flexibilität besser geeignet.
Das ist aber m.E. alles Vergangenheit.
Die auf Mangel basierende Industriegesellschaft in deren Mittelpunkt die Produktion stand, wird durch eine Informations-, Kommunikations- und Dienstleistungsgesellschaft verdrängt, in der die Verteilung der Waren die Herausforderung darstellt.

Fazit:
Eine Erklärung für aktuelle Ereignisse findet sich neben psychologischen oder neurologischen Massenausfällen in der Veränderung der wirtschaftlichen Grundlage der Menschheit.

Re: Kriegskunst

Verfasst: Mi Mär 04, 2026 2:12 pm
von root
thebug hat geschrieben: Die Informations-, Kommunikations- und Dienstleistungsgesellschaft läuft aktuell in das Problem hinein, dass sie ohne die Produkte aus dem produzierenden Teil der Wirtschaft nicht funktioniert.
Ich weiß nicht, ob sich das auf meine Ausführungen bezieht und sie entkräften soll.
Meine Feststellung, dass die industrielle Produktion in den Hintergrund getreten ist und wir es heute mit einer Informations-, Kommunikations- und Dienstleistungsgesellschaft zu tun haben, in der es hauptsächlich um die Verteilung geht, bedeutet keinesfalls, dass Landwirtschaft und Industrie bedeutungslos geworden sind.
Aber wirtschaftspolitische Vorstellungen und Maßnahmen z.B. zur Konjunkturbelebung aus dem Industriezeitalter funktionieren heute nicht mehr.
Betrachten wir den Unterschied am Beispiel der Mehrarbeit.
Von konservativer Seite wird die Forderung platziert, dass nur durch mehr Arbeit der Wohlstand erhalten werden könne.
Der eine will die Lebensarbeitszeit ausdehnen, der andere den Urlaub kürzen der dritte eine Stunde länger arbeiten lassen.
Abgesehen davon, dass heute jeder Staat versucht Exportweltmeister zu werden also seine Überschussproduktion außerhalb seines Territoriums zu verkaufen.
All diesen Vorschlägen liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass Arbeit materielle Werte erzeugt, eine Erkenntnis, die ihre Gültigkeit im Industriezeitalter bewies. Es herrschte Mangel, der durch Mehrarbeit reduziert werden konnte.
Die Arbeitskraft des Menschen war gefragt, daher wurden die Tore für "Gastarbeiter" weit geöffnet.


Das ist heute gänzlich anders. Mehrarbeit in der modernen #Verteilungswirtschaft kann in Bezug auf ein Wirtschaftswachstum nicht erfolgreich sein, weil sie aus der Wertschöpfung finanziert werden muss. Besonders deutlich zeigt sich das bei der Finanzierung der Reproduktionsarbeit.
Z.B. ist familiäre Pflege erheblich kostengünstiger als professionelle Pflege.
Ein Wirtschaftsmodell, dem das BGE als Grundabsicherung für jeden Menschen zugrunde liegt, könnte die Gesamtkosten im Reproduktionsbereich erheblich senken.
Zum Stellenwert der Reproduktionsarbeit in der Wirtschaftswissenschaft von 19. Jh. Bis heute. https://www.dadabit.de/forum/viewtopic.php?p=1190 #p1190


thebug hat geschrieben:
Das ist sehr krass daran zu sehen, dass hochintegrierte Halbleiter stark verknappt sind und diverse Teile, die dazu benötigt werden diese Chips zum Laufen zu bringen, ebenfalls knapp werden. Der Bereich kann und will aber nicht beliebig skalieren. Da geht es um immense Investitionen, die stranden, wenn die KI-Bubble platzt.
Das hier und da Mangel an dem ein oder anderem Produkt existiert, sagt nichts über den Zustand der gesamten Ökonomie aus.
Solche Probleme wie sie aus der Chipproduktion erwachsen, ließen sich durch globales kollaboratives Arbeiten erheblich einfacher lösen.

thebug hat geschrieben: Ein weiteres Problem ist die Energieversorgung, die versucht wird mit teilweise extrem dummen Ideen zu lösen. Paradebeispiel ist da Microsoft die nicht nur den Uraltreaktor TMI1 (der Nachbar des havarierten Reaktors in Harrisburg, erstmals 1974 am Netz) reaktivieren lassen, sondern auch Verträge abgeschlossen haben ab 2030 Strom aus einem Kernfusionsreaktor abzunehmen. Ich frage mich wann die anfangen Dampfmaschinen aus dem Museum zu holen und Verträge für Warpreaktoren zu machen.
Wo viele unterschiedliche Menschen verschiedene Dinge tun, gibt es auch eine Menge Unsinn.
Wir sollten uns aber nicht vordergründig darauf konzentrieren. Die globale Energieerzeugung wächst stetig. Besonders erfreulich ist es, dass der Anteil an erneuerbaren Energien überproportional wächst.
Wichtiger als die Frage ob bzw. wie wir möglichst zügig den Energiehunger der KI-Bubble stillen können, scheint die Frage wie wir die enormen globalen Ausgaben fürs Militär senken können.
Wie gelangen wir in eine progressive Friedensphase, in der die nationalen Konflikte ausgeglichen werden und die globale Vielstaaterei sich in eine moderne Globalgesellschaft wandelt in der die Persönlichkeitsentfaltung des Menschen zur Leitkultur geworden ist.

Re: Kriegskunst

Verfasst: Do Mär 05, 2026 11:44 am
von root
thebug hat geschrieben: Also die industrielle Produktion hängt heute nicht mehr so sehr an den Arbeitsstunden.


Diese Tatsache hat aber Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Dadurch das die Produktion heute nicht mehr so sehr an den Arbeitsstunden hängt ergibt sich auch ein anderer gesellschaftlicher Umgang mit dem Menschen, der ja diese Arbeitsstunden leisten würde. Er wird halt schlicht nicht mehr gebraucht.
Während in den 50ger Jahren versucht wurde, z.B. Straftäter zu verstehen und sie zu reintegrieren, verschiebt sich die gesellschaftliche Ideologie zunehmend dahin, Straftäter auf Lebenszeit wegzusperren.
Den geänderten Umgang mit Migranten, die seinerzeit als Gastarbeiter willkommen waren und heute zu tausenden im Mittelmeer ertrinken, hatte ich schon erwähnt.
Die Ursache ist, der Mensch hat keinen Wert mehr, weil er keinen Mehrwert mehr produziert.
thebug hat geschrieben: Der Blödsinn den Merz fordert, ist schwer zu ertragen, der hängt geistig in den 1950ern.


Der Blödsinn ist aber nach wie vor die Basis wirtschaftswissenschaftlicher Betrachtungen und damit die Leitlinie wirtschaftspolitischen Handelns sowie die Grundlage der vorherrschenden gesellschaftlichen Ideologie.
Um mit @MaxKehm zu sprechen, es ist eine der „kollektiven Geisteskrankheiten“ unserer Zeit.

thebug hat geschrieben: Aber eine industrielle Basis ist die Voraussetzung für eine leistungsfähige Wirtschaft.


Richtig, und eine funktionierende Landwirtschaft ist die Voraussetzung für die industrielle Basis.
Ich stelle nicht die Relevanz der Sektoren Landwirtschaft und Industrie für das gesellschaftliche Leben in Frage, sondern ich möchte darauf hinweisen, dass die ökonomische Bedeutung beider Sektoren im Verschwinden begriffen ist. ( siehe auch hier https://www.dadabit.de/forum/viewtopic.php?t=466)
Das ist ein Wandel der zu größeren gesellschaftlichen Veränderungen führen muss.
So wie die Monarchie, die Organisationsform einer landwirtschaftlich dominierten Wirtschaft, durch die Verschiebung der ökonomischen Relevanz hin zur industriellen Produktion, abgelöst wurde durch einen auf eine Verfassung gegründeten Nationalstaat, so stehen unserer Epoche wesentliche Veränderungen bevor.
Ein zentrales Problem, das zu lösen wäre, ist der Übergang von der nationalstaatlichen Ordnung zu einer Ordnung, die den globalen Markt also die globale Wirtschaft organisieren kann.
Hier ist die Piratenpartei gefragt. Wir brauchen m.E. keine Autarkie, keine Abkehr von der Globalisierung, sondern im Gegenteil. Neben den Deutschen Grünen, den Deutschen Sozialdemokraten den Deutschen Linken den Deutschen Christdemokraten braucht die Welt alles andere mehr als Deutsche Piraten. Individuelle Freiheit und Persönlichkeitsentfaltung kennen keine nationalen Grenzen.

@blackwolf
Vielleicht ist es hier einfacher zu lesen: https://www.dadabit.de/forum/viewtopic.php?t=477
thebug hat geschrieben: Was die Elektronikindustrie betrifft, da gibt es keine andere Branche, die derartig globalisiert ist. Tatsächlich ist kein einziger Kontinent alleine in der Lage die Lieferkette abzudecken.
Das aktuelle Problem hat was damit zu tun, dass in der Elektronikindustrie niemand in eine Bubble investieren möchte und KI ist aktuell eine Bubble, da bleibt abzuwarten, wann die platzt und der sinnvolle Regelbetrieb einsetzt.


abc-Jonas hat geschrieben:04:19 AM
True Friedrich gehört da einfach zur Generation die gerade extrem den Planeten gefährdet. Ich habe mich ziemlich viel mit der historischer Erziehung und Bildung der damaligen Zeit beschäftigt und man merkt es ihnen an, das Bildung und Sozialisiung im Elternhaus wie auch in der Schule anders auslegt waren. Allein der Alkoholkonsum und diese „warte nur, bis Vati nach Hause kommt …“- Haltung, um die eigene Macht zu erhalten ist super spannend zu lesen, weil man früher damit Sicherheit und Stabilität vermittelt hat. Und Friedrich reproduziert halt genau dieses Rollenbild ähnlich wie Donald oder Wlademir oder Benjamin oder Xi ... Kinder der Nachkriegszeit - deswegen ist der intergenerationelle Austausch so wichtig, nicht um die Generation Kollektiv schlecht zu reden sondern um gesellschaftlich Verantwortung für die damalige Zeit zu übernehmen und zu reflektieren. https://generationen-gespräch.de/warte- ... 60er-jahre
In den Lehrplan von Berlin war man Ende Januar im Fach Geschichte sogar am überlegen DDR als Pflichtstoff wegzulassen und genau so auch mit späteren Generationen - wir haben eine wichtige Erinnerungskultur aber die letzten 70 Jahre werden im Unterricht viel zu wenig behandelt.
True wir müssen da als Menschheit grade im Bereich Elektroindustrie viel globaler Denken wie auch bei allen anderen Themen - wir leben und düsen alle zusammen auf dieser kleinen Knutschkugel namens Erde durchs All und haben Umluft aktiviert.
Wir hatten ja in den 70iger Jahren schon mal so ein Ki Boom und ich bin wirklich gespannt wie lange sich die Welle diesmal hält. (edited)
BlackWolf hat geschrieben:Macht bitte für sowas Beiträge im Forum. Auf dem Teflon so was zu lesen ist anstrengend.
maxKehm hat geschrieben:Selbst in China steigt die Jugendarbeitslosigkeit bei steigender Industrieproduktion. Das mit dieser Arbeitsmoral geht immer weniger auf. In Deutschland merkt man das nur noch nicht so sehr wegen der Demographie etc.

Re: Kriegskunst

Verfasst: Sa Mär 07, 2026 6:50 am
von root
https://x.com/KubickiWo/status/2029131177299239078?s=20
Die Energiepreise gehen durch die Decke – auch weil Deutschland stärker von Energieimporten abhängig ist, als es sein müsste. Die deutsche und europäische Rohstoffförderung muss endlich hochgefahren werden. Das Gesetz sieht ohnehin seit 2021 eine Überprüfung des Förderverbots für Schiefergas vor. Die Expertenkommission hat alle Fakten auf den Tisch gelegt. Das Gesetz wird faktisch durch Unterlassen gebrochen – nur weil man die politische Auseinandersetzung mit SPD, Grünen und Umweltverbänden scheut. Dummheit begegnet man aber nicht mit Feigheit. Ich hoffe, Frau Reiche kündigt nicht nur an, sondern geht das Thema sofort an. WK
Plemplem wohnt im politischen Establishment.
Es ist falsch sich der globalen Entfaltung der Wirtschaft entziehen zu wollen, Autarkie zu predigen und Umweltzerstörung in Kauf zu nehmen.
Desaströse Finanzen lassen sich durch einfache buchhalterische Kunstgriffe bereinigen.
Eine durchgefrackte Umwelt wird nie wieder.
Was Sie Ihren und unseren Kindern vererben wollen ist eine Exceltabelle ohne rote Zahlen und eine komplett zerstörte Erde.
Lagerung und Bewachung des Atommülls, den die letzten Generationen produziert haben, kostet deren Kindern und Enkeln jährlich Milliarden Euros. Wir sollten keine neuen Altlasten erzeugen.
Nein, die Zerstörung der Umwelt in Kauf zu nehmen, um einen, der globalisierten Wirtschaft geschuldeten Lebensstandard zu halten, ist keine progressive Lösung. Nein, das ist reaktionär.
Nicht die globale Wirtschaft muss zurück in die nationale politische Hand, sondern die nationale Politik muss reformiert werden. Sie muss einer globalen Organisationsstruktur unterstellt werden.
Die Lösung der gegenwärtigen Probleme besteht nicht in der Renationalisierung der Wirtschaft, sondern in der Globalisierung der Politik.