Kriegskunst
Verfasst: Mi Mär 04, 2026 10:36 am
Aus Matrix der Piraten.
Die Faschisten aus dem letzten Jahrhundert, fanden auch nicht „Krieg und Terror ganz toll“ sondern beides waren für sie notwendige Mittel, um ihr „revolutionäres“ Ziel zu erreichen.
Diese Verniedlichung, die sich hier breit macht, führt an der Sache vorbei und verschiebt den Fokus von der notwendigen politischen Auseinandersetzung, der Verteidigung der individuellen Freiheit gegen die institutionelle Vereinnahmung durch Volks- oder Religionsgemeinschaft, in Kindereien.
Vielen Dank für die umfassende Antwort. Aber m.E. erhellt Sie die Faktenlage kaum.
Hintergrund aller faschistischen Aussagen ist die Vorstellung vom Volk als ein Ganzes, welches sich gegen andere Völker, die in Echtzeit und gleichzeitig ebenfalls diesen Planeten bewohnen behaupten muss.
Jedes Volk wird als eine organische Einheit betrachtet, in der der einzelne Mensch lediglich eine kleine Zelle ohne eigene Persönlichkeit ist. Im Innern des Volkskörpers hat jede Zelle dem Ganzen zu dienen, die Persönlichkeit wird ausgelöscht. Nach außen gilt es, sich als Volk zu behaupten.
Darwins Kampf der Arten wird hier ideologisch auf vermeintlich miteinander konkurrierende völkische Existenzen übertragen.
Diese Ideologie ist die Grundlage deiner Zitate.
Das Auszuklammern bedeutet nicht nur den eigenen politischen Handlungsrahmen einzuschränken, sondern viel tragischer, die historischen Ereignisse misszuverstehen und die Gegenwart hilflos betrachten zu müssen.
Die ideologischen Parallelen zwischen den Faschisten des letzten Jhds. und den aktuellen rechten Strömungen in allen demokratischen Ländern sind kaum zu übersehen. Aber, die äußeren Umstände haben sich eklatant geändert.
Im letzten Jahrhundert fiel die nationalsozialistische Ideologie mit der Geburt der Völker zusammen. Sie war eine Triebfeder, um den modernen Staat entstehen zu lassen.
Heute dagegen hat sie keine Chance, denn sie steht der Zukunft im Wege.
Unsere Epoche ist geprägt von der Globalisierung, also der Auflösung der Staaten, sowie der Individualisierung des menschlichen Lebens also der Persönlichkeitsentfaltung, dem Empowerment.
„Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft. Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich Selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen. Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will.“
Dein Erstaunen teile ich, aber Staunen ist kein Argument.
Also lasst uns #globalisieren und #kollaborieren für #PrimaKlima!
Kapitalismus ist eine Gesellschaftsordnung, in der das Kapital frei und ungehindert über den Erdball vagabundiert und versucht zu akkumulieren.
Kapitalismus und Staat sind Gegner. Der Staat hatte die Aufgabe den „Kapitalismus“ einzuhegen, also seine Fähigkeiten für die von ihm verwalteten Gebiete nutzbar zu machen.
Mit der Entstehung der globalen Staatengemeinschaft ist der „Kapitalismus“ des 19. Jhd. verschwunden. Denn das Kapital kann sich seitdem nicht mehr frei auf der Erde bewegen.
Es gilt zwischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zu unterscheiden.
Sowohl bei der Markt- als auch bei der Planwirtschaft handelt es sich um staatlich eingehegte Wirtschaftssysteme der Industriegesellschaft, in denen die Warenproduktion dominiert. Ihre Hauptaufgabe ist es den Mangel an materiellen Gütern zu beseitigen.
Die Wirtschaftspolitik muss einen Ausgleich zwischen gesellschaftlichem Konsum (der aktuelle Lebensstandard) und Investition (der zukünftige Lebensstandard) definieren. Dazu ist die Demokratie Aufgrund ihrer Flexibilität besser geeignet.
Das ist aber m.E. alles Vergangenheit.
Die auf Mangel basierende Industriegesellschaft in deren Mittelpunkt die Produktion stand, wird durch eine Informations-, Kommunikations- und Dienstleistungsgesellschaft verdrängt, in der die Verteilung der Waren die Herausforderung darstellt.
Fazit:
Eine Erklärung für aktuelle Ereignisse findet sich neben psychologischen oder neurologischen Massenausfällen in der Veränderung der wirtschaftlichen Grundlage der Menschheit.
Die Nazis von ca. 1920 – 1945, auf die sich der Begriff Faschisten m.E. ja bezieht, waren mehr oder weniger stolze Faschisten. Für sie war der Begriff keine Beleidigung, sondern eine Belobigung. Das jemand Gerichte anruft um einen anderen als Faschist bezeichnen zu dürfen wäre damals als Stück aus dem Tollhaus durchgegangen.maxkehm hat geschrieben: Faschisten finden aus irgendeinem Grund Krieg und Terror ganz toll... Das Zwingt dann zur Gegenwehr auch dann wenn man selbst diesen ganzen Mist nicht will.
Die Faschisten aus dem letzten Jahrhundert, fanden auch nicht „Krieg und Terror ganz toll“ sondern beides waren für sie notwendige Mittel, um ihr „revolutionäres“ Ziel zu erreichen.
Diese Verniedlichung, die sich hier breit macht, führt an der Sache vorbei und verschiebt den Fokus von der notwendigen politischen Auseinandersetzung, der Verteidigung der individuellen Freiheit gegen die institutionelle Vereinnahmung durch Volks- oder Religionsgemeinschaft, in Kindereien.
maxkehm hat geschrieben: Gerade die italienischen Faschisten in den 1920ern hatten einen sehr ausgeprägten Kriegs und Krieger Kult um die "Helden" des 1 Weltkriegs, vor allem um die Arditi... Auch Vordenker des Faschismus wie D'Annunzio haben den Krieg massiv verherrlicht, es war nicht nur Mittel sondern explizit Ziel ihrer Politik. Mussolini beschreibt in der Dottrina del Fascismo (1932) den Krieg explizit als höchste Form der menschlichen Existenz und als moralischer und spiritueller Akt er ist der einzige echte Test für Individuum und Nation. Pazifismus gilt als Feigheit und Verfall. Das ist keine rein instrumentelle Sicht („Krieg, um Ziel X zu erreichen“), sondern eine ontologische. Der Krieg als Wesen des Lebens, als schöpferische Kraft die Kultur und Identität schafft etc. Mussolini lehnte den „ewigen Frieden“ philosophisch ab – Frieden mache dekadent, schwach und unproduktiv. Der Krieg sei Lebensnotwendigkeit für Vitalität, Disziplin und menschliche Größe. Damit unterscheidet er sich vom traditionellen Imperialismus/Kolonialismus der Krieg nur als notwendiges mittel zum Zweck der Ressourcen Aneignung betrachtet.
In der „La dottrina del fascismo“, von Benito Mussolini 1927 heißt es u.a:
Die Muslim Bruderschaft wurde übrigens 1928 von Hassan al-Banna in Ägypten gegründet, zu einer Zeit, als der Faschismus in Europa aufstieg. Al-Banna bewunderte Mussolini und Hitler explizit als effektive Führer, die ihre Nationen "erneuerten". Die MB übernahm faschistische Elemente wie den Kriegskult und auch den Antisemitismus. Die Islamisten wurden von Adolf Hitler auch explizit unterstützt, finanziell, ideologisch und propagandistisch. Zum Beispiel durch arabisch sprachtige Radiosender. Aus der MB sind die meisten heutigen Islamistischen Terror Organisationen hervor gegangen. Auch hier sehen wir eine sehr ähnliche Einstellung zum Krieg seitens der Islamisten.“Zunächst einmal glaubt der Faschismus, mit Blick auf die Zukunft und Entwicklung der Menschheit im Allgemeinen und unabhängig von allen aktuellen politischen Erwägungen, weder an die Möglichkeit noch an den Nutzen eines dauerhaften Friedens. Er verwirft daher den Pazifismus, der eine Verweigerung des Kampfes und Feigheit angesichts von Opferbereitschaft verbirgt. Nur der Krieg bringt alle menschlichen Kräfte auf die Spitze und verleiht den Völkern, die den Mut haben, sich ihm zu stellen, ein Siegel der Würde. Alle anderen Prüfungen sind Ersatz, die den Menschen nie direkt in die Auseinandersetzung zwischen Leben und Tod führen.
Eine Doktrin, die vom notwendigen Postulat des Friedens ausgeht, ist dem Faschismus daher fremd; ebenso wie alle internationalistischen und gesellschaftlichen Konstrukte, selbst wenn sie aufgrund ihrer möglichen Nützlichkeit in bestimmten politischen Situationen akzeptiert werden, dem Geist des Faschismus.
Diese können, wie die Geschichte zeigt, in alle Winde zerstreut werden, wenn sentimentale, idealistische und praktische Elemente die Herzen der Völker bewegen. Der Faschismus hat diesen anti-pazifistischen Geist auch in das Leben der Einzelnen eingepflanzt. Das stolze faschistische Motto „Mir doch egal“, geschrieben auf den Verband einer Wunde, war ein philosophischer Akt, der weit über stoische Gelassenheit hinausging; er war der Inbegriff einer Doktrin, die nicht bloß politisch war: Er war Kampftraining, die Akzeptanz der damit verbundenen Risiken; er war eine neue italienische Lebensweise.“
Vielen Dank für die umfassende Antwort. Aber m.E. erhellt Sie die Faktenlage kaum.
Hintergrund aller faschistischen Aussagen ist die Vorstellung vom Volk als ein Ganzes, welches sich gegen andere Völker, die in Echtzeit und gleichzeitig ebenfalls diesen Planeten bewohnen behaupten muss.
Jedes Volk wird als eine organische Einheit betrachtet, in der der einzelne Mensch lediglich eine kleine Zelle ohne eigene Persönlichkeit ist. Im Innern des Volkskörpers hat jede Zelle dem Ganzen zu dienen, die Persönlichkeit wird ausgelöscht. Nach außen gilt es, sich als Volk zu behaupten.
Darwins Kampf der Arten wird hier ideologisch auf vermeintlich miteinander konkurrierende völkische Existenzen übertragen.
Diese Ideologie ist die Grundlage deiner Zitate.
Das Auszuklammern bedeutet nicht nur den eigenen politischen Handlungsrahmen einzuschränken, sondern viel tragischer, die historischen Ereignisse misszuverstehen und die Gegenwart hilflos betrachten zu müssen.
Die ideologischen Parallelen zwischen den Faschisten des letzten Jhds. und den aktuellen rechten Strömungen in allen demokratischen Ländern sind kaum zu übersehen. Aber, die äußeren Umstände haben sich eklatant geändert.
Im letzten Jahrhundert fiel die nationalsozialistische Ideologie mit der Geburt der Völker zusammen. Sie war eine Triebfeder, um den modernen Staat entstehen zu lassen.
Heute dagegen hat sie keine Chance, denn sie steht der Zukunft im Wege.
Unsere Epoche ist geprägt von der Globalisierung, also der Auflösung der Staaten, sowie der Individualisierung des menschlichen Lebens also der Persönlichkeitsentfaltung, dem Empowerment.
„Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft. Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich Selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen. Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will.“
maxkehm hat geschrieben: Die Idee das es erstrebenswert ist Millionen Menschenleben zu zerstören lässt sich kaum mit dem erreichen von rein rationalen, revolutionären Zielen oder reiner Machtpolitik erklären. Eher mit kollektiver Psychopathie und völliger kollektiver Geisteskrankheit... Ich sehe das daher mehr als ein Psychologisches Phänomen. Was natürlich zeitgleich Materielle, Kapitalistische oder Imperiale Ziele nicht ausschließt sondern ebenfalls mit beinhalten kann.
Dein Erstaunen teile ich, aber Staunen ist kein Argument.
Jeder Mensch wird in eine Gesellschaft hineingeboren und lernt deren geistige Krankheiten von Kindheit an. Gegen die „kollektiver Geisteskrankheit“ unserer Zeit sollten „wir“ die Wand sein, gegen die sie läuft!Wiki hat geschrieben: „Ausrottung des jüdischen Volkes“
Dann spricht Himmler über den Völkermord an den Juden in einer unverschleierten Sprache, die von einem Vertreter des NS-Regimes bis dahin nicht gehört worden war:[19]
„Ich meine jetzt die Judenevakuierung, die Ausrottung des jüdischen Volkes. Es gehört zu den Dingen, die man leicht ausspricht. – ‚Das jüdische Volk wird ausgerottet‘, sagt ein jeder Parteigenosse, ‚ganz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir.‘ […] Von allen, die so reden, hat keiner zugesehen, keiner hat es durchgestanden. Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von menschlichen Ausnahmeschwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht und ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte. Denn wir wissen, wie schwer wir uns täten, wenn wir heute noch in jeder Stadt – bei den Bombenangriffen, bei den Lasten und bei den Entbehrungen des Krieges – noch die Juden als Geheimsaboteure, Agitatoren und Hetzer hätten. Wir würden wahrscheinlich jetzt in das Stadium des Jahres 1916/17 gekommen sein, wenn die Juden noch im deutschen Volkskörper säßen.“
Also lasst uns #globalisieren und #kollaborieren für #PrimaKlima!
Die Marktwirtschaft ist eine Methode die Produktion und Verteilung der Lebensmittel, der Waren und Dienstleistungen innerhalb eines Staates zu organisieren.maxkehm hat geschrieben: Wir betrachten das was in der Welt vorgeht durch unsere Marktwirtschaftlich kapitalistische Logik... Aber solche Dinge sind dann nicht mehr mit dieser Logik, Rationalität etc erklärbar sondern da müssten wir mehr die Psychologie, Neurologie etc mit hinzu ziehen denke ich. Da solche Dinge oft weit jenseits von Vernunft und Rationalität liegen.
Kapitalismus ist eine Gesellschaftsordnung, in der das Kapital frei und ungehindert über den Erdball vagabundiert und versucht zu akkumulieren.
Kapitalismus und Staat sind Gegner. Der Staat hatte die Aufgabe den „Kapitalismus“ einzuhegen, also seine Fähigkeiten für die von ihm verwalteten Gebiete nutzbar zu machen.
Mit der Entstehung der globalen Staatengemeinschaft ist der „Kapitalismus“ des 19. Jhd. verschwunden. Denn das Kapital kann sich seitdem nicht mehr frei auf der Erde bewegen.
Es gilt zwischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zu unterscheiden.
Sowohl bei der Markt- als auch bei der Planwirtschaft handelt es sich um staatlich eingehegte Wirtschaftssysteme der Industriegesellschaft, in denen die Warenproduktion dominiert. Ihre Hauptaufgabe ist es den Mangel an materiellen Gütern zu beseitigen.
Die Wirtschaftspolitik muss einen Ausgleich zwischen gesellschaftlichem Konsum (der aktuelle Lebensstandard) und Investition (der zukünftige Lebensstandard) definieren. Dazu ist die Demokratie Aufgrund ihrer Flexibilität besser geeignet.
Das ist aber m.E. alles Vergangenheit.
Die auf Mangel basierende Industriegesellschaft in deren Mittelpunkt die Produktion stand, wird durch eine Informations-, Kommunikations- und Dienstleistungsgesellschaft verdrängt, in der die Verteilung der Waren die Herausforderung darstellt.
Fazit:
Eine Erklärung für aktuelle Ereignisse findet sich neben psychologischen oder neurologischen Massenausfällen in der Veränderung der wirtschaftlichen Grundlage der Menschheit.